Die Frau mit der gewaltigen Stimme: Kelly Clarkson begeistert die Fans in der Neu-Isenburger Hugenottenhalle.
Sie ist das Vorbild aller, die in Casting-Shows trällern und sich von Dieter Bohlen fertigmachen lassen, nur um ihren Traum vom Superstar zu verwirklichen: Kelly Clarkson. Die damals 20-Jährige Texanerin gewann die erste Staffel von «American Idol», der Mutter aller Castingshows.
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Dass der Sieg kein Zufall war, zeigt ihr Konzert in der Hugenottenhalle. Die zweifache Grammy-Preisträgerin verfügt über eine bemerkenswerte Stimme, die mit «Rockröhre» zu eindimensional beschrieben wäre. Sie reicht von sanften, nahezu elegischen Balladen («Already Gone» oder «Save you») bis zu Rocksongs («Since You’ve Been Gone»). Ein Ausflug in die Regionen des Blues («Walking After Midnight») zeigt, dass sie auch hier zu Hause ist. Und als sie als vorletzte Zugabe «Seven Nation Army» der «White Stripes» interpretiert, könnte man sie sich durchaus auch als Frontfrau einer Metal-Band vorstellen.
Ihr Outfit jedenfalls passt dazu. Sie betritt die Bühne in schwarzen Jeans mit schwarzer Lederjacke und paillettenbesetztem schwarzen Top. Und obwohl sie sich nicht nur wegen des dramatischen Effekts ständig vor die Windmaschine stellt, zieht sie die Jacke nach der sechsten Nummer aus. Mal steht sie am Mikrofon, mal hüpft und dreht sie sich.
Die achtköpfige Begleitband beherrscht die Bandbreite des Pop und Rock ebenso wie ihre Leadsängerin. Obwohl DJ Form an den Turntables alle möglichen Klänge beisteuern kann, greift sie auf eine echte Geige und akustische Gitarren zurück. Dazwischen zitiert sie einen Riff von Black Sabbath oder eine Textzeile der Eurythmics.
Das Publikum, zu zwei Dritteln weiblich, ist durchaus textsicher, wenn es darum geht einzelne Zeilen zu singen. Immer wieder erzählt Kelly Clarkson, dass sie nun einen ihrer Lieblingssongs spielt, sei es aus ihrer Kindheit, ihrer Jugend oder von ihrem neuesten Album. Und es ist kein Titel darunter, dem vom Publikum nicht begeistert begrüßt wird. Das Konzert klingt in hohem Tempo, nicht mit einer Einschlafnummer, aus: «My Life Would Suck Without You», können die vielen Pärchen auf dem Nachhauseweg summen. fho